Die Valentinsfähre
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Fähren verbinden Ufer, überwinden Grenzen, verknüpfen Kulturen, führen Freunde zusammen und dienen den Menschen diesseits und jenseits am Ufer.

Als die Drau auf ihrem über 200 Kilometer langen Verlauf durch Kärnten noch wild und reißend war, hatten viele Fähren entlang des Flusses eine unentbehrliche Wirtschaftsfunktion. Der Ruf am Ufer: "Fährmann! Hol über" gehörte noch zum Alltag, als schon die ersten Brücken gebaut wurden. Schließlich verstummte er ganz, nachdem Kraftwerke aus dem Fluss einen See formten.

Die Arten und Formen der alten Fähren waren vielfältig. Einige mussten mühsam gerudert werden. Andere hatten schon ein Seil vom Ufer zu Ufer gespannt, an dem sie schnell mit der Strömung sogar bei Dunkelheit hin und her fahren konnten. Angepasst an die örtlichen Bedürfnisse, transportierten sie Menschen, Tiere oder ganze Fuhrwerke über den Fluss. Manche Menschen benützten die Fähre nur, um das andere Ufer zu erreichen, wie etwa die noch heute berühmten Bienenzüchter in Ferlach, die die Sonnenseite des Drauufers für ihre Arbeit brauchten. Andere wiederum übersetzten den Fluss mit beladenen Fuhrwerken, um am Markt in Klagenfurt Geschäfte zu machen.

Im Falle einer Seilfähre konnte man mit Recht sagen, alles hängt an einem Faden. Auch wenn der Faden nicht aus Seide, sondern ein starkes Drahtseil war. Erst durch dieses Seilfähren konnte das Leben  diesseits und jenseits des Flusses florieren. Gab es Hochwasser oder andere Naturereignisse, stand die "Überfuhr" und damit das Leben rundherum still.

Eine Handvoll Idealisten - Fährmänner und Fährfrauen - betreibt seit 1996 wieder eine dieser geschichtsträchtigen Verkehrsmittel. Die alte "Sabatschanfähre" in Glainach, deren Errichtung auf das Jahr 1880 zurückreicht, ist wieder im Betrieb. In ihrer kargen Freizeit arbeiten die Frauen und Männer der VALENTINSFÄHRE jede Stunde am Fluss. Sie leisten einen großen Beitrag zur Erhaltung der alten Bräuche und Techniken. So bekommen junge Generationen Einblick in den Alltag einer Zeit, die ein Stück heimatliche Geschichte ist.

Nach dem Namen des Schutzpatrons der Kirche in Glainach benannt, bringt die "Valentinsfähre" wieder Menschen von einem Ufer zum anderen. Manchmal, wenn es eine Gruppe von Leuten wünscht, reißt sich die Fähre von ihrem Seil los und gleitet lautlos durch das Rosental. Der Fährmann erzählt die alten Geschichten und Legenden. Dabei zieht langsam eine Bilderbuchlandschaft vorbei, die das hektische Treiben hinter den Satnitzer Bergen vergessen lässt. Man denkt an die Völker und Kulturen jenseits der Karawanken. Schon bald wird sich die Drau unter dem neuen Namen Drava mit der Donau vereinen, um mit ihr gemeinsam als mächtiger Strom das Schwarze Meer zu erreichen. Es ist, als würde man die neue Freiheit der Überfuhr spüren. Still und doch bestimmt, überwindet sie Grenzen und Hindernisse.

VALENTINSFÄHRE
Von Glainach nach Guntschach am Drauradweg
Mai - Oktober: Samstag, Sonntag und Feiertag sowie nach Vereinbarung

Ing. Christian Rauper
Görtschach 43
9170 Ferlach
Tel: 04227 - 4559

 

Wegbeschreibung zur Fähre folgt...

Bilder von der Valentinsfähre, zum Zeitpunkt, wo am 11. 6. 2001 eine Prüfung für die Fährmänner und -frauen abgehalten wurde.

Betriebsausflug auf der Drau mit der Doppelfähre (11. 8. 2001 - Samstag)
Künstlertreffen bei der Valentinsfähre (25. - 26. 5. 2002)

Weitere Bilder von der Fähre.